Vital- und Heilpilze

Superfood – einige Pilze haben es ganz besonders drauf!

Kleinste Pilze wie Mutterkorn und Pinsel-Schimmel (Penicillium notatum) aus dem das Penicillin hergestellt wird, schreiben schon Erfolgsgeschichte. Und wie ist das mit den Großpilzen?

In der TCM (traditionellen chinesischen Volksmedizin) war das noch nie eine Frage. Seit über 4.000 Jahren werden z.B. Lackporlinge, Reishi und Shiitake in den vielfältigsten Wirkungsbereichen eingesetzt. In der TCM ist die Grenze von Heil- und Nahrungsmittel fließend, denn im Gegensatz zur klassischen Medizin geht es dort um die Stärkung der Körper eigenen Abwehrkräfte um Krankheiten vorzubeugen. Pilze verfügen über zahlreiche Stoffwechsel fördernde Inhaltsstoffe. Schon aus diesem Grunde kommt ihnen eine große Bedeutung zu.

Aber gibt es diese Heil- und Vitalpilze nur in China? Nein, eine Vielzahl davon gibt es auch hier in unseren Wäldern oder können auf Märkten oder in speziellen OnlineShops erworben werden. Seit neuestem beschäftigt man sich auch in Europa zunehmend mit den Inhaltsstoffen von Pilzen und ist erstaunt über deren Wirkungen.

Nachstehenden Pilzarten sind fester Bestandteil der traditionellen chinesischen und Japanischen Medizin und zwischenzeitlich über die Naturheilkunde auch hier bei uns angekommen.

Diese Heil- und Vitalpilze finden Sie in unseren Wiesen und Wäldern

Birkenporling

Sehr häufiger Pilz. Ganzjährig. Hauptsächlich aber im Herbst. Wächst an abgestorbenen Birken. Wird klein geschnitten, ausgekocht oder gemahlen und frisch oder getrocknet als Teesud verwendet. Hilft ganz besonders bei Magenbeschwerden aller Art (Gastritis) und kann Sodbrennen lindern. Selbst Ötzi hatte neben dem Zunderschwamm auch den Birkenporling bei sich.

In der Naturheilkunde wird der Birkenporling Chemoterapie begleitend bei verschiedensten Tumorerkrankungen eingesestzt weil er die Nebenwirkungen der Chemotherapie mindert. Russland und Tschechien verwenden ihn schon lange bei der Behandlung von Magen- und Darm-Tumoren. Der Birkenporling hemmt Entzündungen, wirkt antibiotisch und ist antiviral. Zudem soll er wirkungsvoll gegen Wurmerkrankungen und andere Darmparasiten sein.

Schmetterlingstramete

Sehr häufiger Pilz. Einjährig. Wächst an Laubholz von Birken, Eichen, Buchen, Pappeln. Ganzjährig. Hauptwachstum Herbst bis Winter. Wird wie der Birkenporling zerkleinert, frisch oder getrocknet als Sud ausgekocht und getrunken.

Die Schmetterlingstramete unterstützt bei Immunschwäche und verschiedenen Krebsarten. Sie stärkt die zelluläre Abwehr und kann bei Tumorerkrankungen die Ausbreitung von Metastasen hemmen. Sie wird eingesetzt bei Virusinfektionen wie Grippe, Herpes, etc. Sie ist Schleim reduzierend sowie Milz- und Leber stärkend. Gut bei chronischer Hepatitis, Müdigkeit und Infektionen der oberen Atemwege, der Harnwege und des Verdauungstraktes.

Champignons

Vitalpilz und sehr guter Speisepilz. Frühsommer bis Spätherbst. In Gärten, Wiesen, Weiden und Maisfelder. Seltener auf stark gedüngten Wiesen. Meist sehr ergiebig. Wächst in Hexenringen. Die Vitaleigenschaften sind allen essbaren Champignon Arten eigen.

Der Pilz ist kultivierbar und marktfähig, d.h. er ist schmackhaft und relativ lange haltbar. Champignons sind weit verbreitet und können nahezu überall erworben werden. Vorsicht bei Pilzen aus Osteuropa. Hier kann die Strahlenbelastung höher sein.

Die Wirkstoffe vieler Champignon-Arten sind antiviral, krebshemmend und antibiotisch. In Studien wurde eine Hemmwirkung des Magen-Bakteriums HELICOBACTER PYLORI nachgewiesen. Bei diversen Krebsarten wie Brust- oder Prostatakrebs soll die Wirkung hemmend auf das Tumorwachstum sein.

Auch wenn die Forschung in vielen Teilen noch in den Anfängen steckt. Champignons sind eine gute Wahl. Sie schmecken lecker, lassen sich in viele Gerichte integrieren, sind reich an Vitaminen und Ballaststoffen und auf jeden Fall sehr gesund.

Judasohr

Vitalpilz und guter Speisepilz. Ganzjährig. Nach Regen in feuchten Wäldern, Auenwäldern oder Flussniederungen. Wächst meist an Laubholz, am liebsten an Hollunder aber auch Birken und anderen Laubhölzern. Kann getrocknet oder frisch zubereitet gegessen werden. Vielfältiger Einsatz in der chinesischen Medizin.

Hilft bei Wundschmerzen, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Entzündungen, Thrombosen, Blutgerinnungsproblemen, Gefäßproblemen. Prävention des Herzinfarktes, Störung der Durchblutung, Regulierung des Blutfettspiegels. Unterstützung bei Problemen im Magen- Darmbereich, Lungen-, Leber-, Rachenbereich, Krämpfen, Taubheit und Verletzungen. Oft genügt ein halber Teelöffel Pilzpulver pro Tag.

Schopftintling

Vitalpilz und sehr guter Speisepilz. Häufig und leicht zu finden. Frühjahr bis Spätherbst. Wächst in Parks, auf Wiesen, Waldwegen, Waldrändern auf nährstoffreichem Boden. Muss schnell verarbeitet werden da er innerhalb weniger Tage zu Tinte zerfließt. Trocknen ist auf Grund der schnellen Verfallzeit schwierig. Frisch gegessen oder eingefroren zeigt er sich am besten.

In der chinesischen und japanischen Medizin findet er Anwendung bei Diabetes I und II, bei Hämorrhoiden und bei Verstopfung. Er wirkt Verdauungsfördernd und reduziert unkontrollierte Gewichtszunahme. Er findet Einsatz bei Tumoren und Alzheimer Erkrankungen. Er wirkt antioxidativ und er stärkt das Immunsystem.

Speisemorchel

Vitalpilz und sehr guter Speisepilz. Vorkommen: März bis Mai. Gern auf humusreichen Wiesen und in Auwälder. Morchel lieben feuchtes Umfeld wie Überläufe, Wasseransammungen an Holzlagerplätzen, in Parkanlagen oder an Waldrändern. Sie sind auch an harten Forstwegen zu finden und lieben lehmigen, kalkreichen aber niemals gedüngten Boden.

In der traditionellen chinesischen und japanischen Medizin werden die Wirkstoffe der Speisemorchel zur Stärkung des Imunsystems und vorbeugend gegen die Bildung von Tumoren angewendet. Weiterhin helfen Sie bei Störungen im Verdauungstrakt, bei Kurzatmigkeit und bei überschüssigem Sekret-Auswurf.

Igelstachelbart

Vitalpilz und guter Speisepilz. Er findet sich zwischenzeitlich nur noch selten in der Natur uns sollte daher geschützt werden. Er wächst von Juni bis November auf Eichen, Buchen, Obstbäumen als Wundparasit von verletzten Laubbäumen. Er ist Sommer bis Herbst kultivierbar und als Zuchtvariante auf Märkten oder in Online-Shops erhältlich.

Einsatz in der chinesischen und japanischen Medizin bei Magenleiden, Sodbrennen, Hitzewallungen, Speiseröhren Schleimhauterkrankungen, Morbus Crohn, Krebs im Verdauungstrakt: Magen-, Dickdarm- und Speiseröhre. Übergewicht, Alzheimer, Nervenerkrankungen. Er fördert die Verdauung, stärkt das Immunsystem und wirkt gegen Unruhe und Angstzuständen.

Chaga – schiefer Schillerporling

Chaga oder Schiefer Schillerporling. Ganzjährig. Gar nicht so selten. Wächst an toten Stämmen von Laubolz, gerne Birken, Walnuss, etc. Bricht oft aus der Rinde aus und überzieht einen halben Stamm. Leicht zu erkennen.

Sein Einsatz dient zur Vorbeugung und zur begleitenden Unterstützung von Krebserkrankungen. Besonderer Wirkungsbereich: Lungenkrebs. Magen-, Darmkrebs und bei Hautkrebs. Er ist stark entzündungshemmend. Weitere positive Eigenschaften: Stärkung der Abwehr. Antivirale Wirkung. Thrombose hemmend. Er ist antibakteriell und regt den Stoffwechsel an. Und er unterstützt bei allergischen Hauterkrankungen.

Vorsorgend wirkt er allgemein aufbauend und antioxidativ. Er hilft bei Reuma, Schuppen-Flechten und andere Hauterkrankungen. Seine Inhaltsstoffe wirken Cholesterin senkend, stärken das Immunsystem und wirken aufmunternd und erhellend. Er lindert die Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Äußerlich angewendet wirkt er reinigend und desinfizierend.

Eichhase

Vitatlpilz und sehr guter Speisepilz. Frühsommer bis Herbst. Sehr ergiebig. Am Fuß von Laubbäumen, meistens Eichen, aber auch Buchen, etc. Jährlich an der gleichen Stelle findbar, allgemein aber recht selten. Er ist kultivierbar und im Handel auf Märkten oder entsprechenden Online-Shops erhältlich.

Er soll das Tumorwachstums bei Leukämie, Lungenkrebs, Leberkrebs und Prostatakrebs vermindern. Er ist geeignet zur Entwässerung des Körpers, zur Regulierung des Blutdrucks und zur Stärkung des Immunsystems. Er hilft bei allgemeinen Infekten, Hämorrhoiden, Sarkomen, bei Akne, Durchfall und Blasendysfunktion. Weiterhin wirkt er gut bei chronisch entzündlichen Erkrankungen der Milz, der Niere und der Blase. Er wirkt antibiotisch und Ödem hemmend. Er stärkt und unterstützt die Lymphsysteme die Giftstoffe nach einer Chemotherpie wieder auszuscheiden.

Austernseitling

Vitalpilz und sehr guter Speisepilz. Winterpilz. Herbst bis Frühjahr. Zum Wachstum benötigt der Austernseitling einen Kälteschock. Austernseitlinge wachsen parasitär oder zersetzed an abgestorbenen und an lebenden Laubbäumen. Vorwiegend an Buchen und Eichen. Dieser Pilz muss für Speisezwecke gut durchgegart werden.

Seine besondere Wirkung: Er stärkt das allgemeine Immunsystem, ist antioxidativ und enthält viele Vitamine vor allem der B- und D-Gruppe. Er soll Krebs hemmend, Bludruck-, Blutzucker- und Cholesterin senkend sein. Desweiteren unterstützt er die zelluläre Abwehr und kann eine weitere Ausbreitung durch Metastasen bei Tumorerkrankungen hemmen.

Er unterstützt die Vermehrung gutartiger Bakterien im Bereich des Darmes. Auf Gelenke und Muskeln wirkt er entspannend und er stärkt die Venen sowie die Arterien. Er verfügt über eine präventative Wirkung auf Osteoporose und stärkt allgemein die Knochen. Schmerzen beim Hexenschuss lindert er und beschleunigt die Regeneration.

Samtfußrübling (Enoki)

Vitalpilz und sehr guter Speisepilz. Spätherbst bis Frühjahr. Nach den ersten Frösten lohnt sich die Suche. Der Samtfußrübling wächst meist auf totem Laubholz und Laubholz-Stümpfen.

Allgemein wirkt er Immunmodulierend. Der Samtfußrübling enthält viele gute Vitamine. Auch soll er Krebs hemmend sein. Weitere Untersuchungen zeigten eine senkende Wirkung beim Blutdruck, beim Blutzucker und beim Cholesterin.

Glänzender Lackporling (Reishi)

Vital- und Heilpilz. Als Reishi vor allem in der chinesischen Medizin weit verbreitet und breit angewendet. Ganzjährig. Auf Laubholz, meist Eichen oder Buchen. Wächst als Folgezersetzer aber auch als Schwächeparasit an lebenden Bäumen. Regional selten. Gut kultivierbar und im Handel und auch Online-Shops erhältlich.

Einsatz bei begleitenden Therapien zu und nach Krebstherapien und Transplantationen. Gute Wirkung bei Schwindel, Bluthochdruck, Nervenschwäche, Magengeschwüre, Schlafstörungen, Allergiene und Asthma. Hilft bei Arthritis, Leberzirrhose und Hepatitis A, B, C. Er wirkt antifibrotisch und antientzündlich. Gereicht wird er bei Herz-Kreislaufproblemen, Muskelerkrankungen, Übergewicht und präventiv bei chronisch entzündlicher Erkrankung der Niere, des Magens, der Milz, der Leber, der Lunge und dem Herz. Er wirkt schleimösend und beruhigt Geist und Sinn.

Klapperschwamm (Maitake)

Vitalpilz und guter Mischpilz. Sommer bis Spätherbst. Wächst im Wurzelbereich von Eichen oder Kastanien. Seltener an Linden oder Buchen. Parasitär und als Folgezersetzer aktiv. Sehr ergiebig. Es sind schon Exemplare von 20kg gefunden worden.

Der Klapperschwamm findet Anwendung bei Milz-, Blasen, Leber- und Nierenleiden. Er ist Cholesterin und Blutdruck senkend. Er hemmt Osteoporose und Tumore. Er reduziert Durchfall und löst Ödeme auf. Er stärkt das Immunsystem und wirkt bei Allergien und wird bei Tumoren in Gehirn und Knochen eingesetzt.

Neben diesen Heil- und Vitalpilzen, die allesamt in unseren Wäldern und Wiesen zu finden sind gibt es noch einige anerkannte Pilzarten die Anwendung in der chinesischen Medizin finden, die zwar nicht hier wachsen, die aber kultiviert über entsprechende Händler und Märkte bezogen werden können. z.B. der Chinesische Raupenpilz der im Tibet verbreitet ist, der Shiitake der quasi als chinesische Champignon gehandelt wird und der Sonnen- und Mandelpilz aus dem mediteranen Raum um Mexico, Amerika und Asien.

Es ist an der Zeit, den Heil- und Vitalpilzen mehr Beachtung zu schenken. Die Wirkstoffe haben eine lange bewährte medizinische Tradition und können vor allem vorbeugend und allgemein unterstützend eingesetzt werden.

Öfter mal ein Pilzgericht mit essbaren gut schmeckenden Vitalpilzen oder einen Sud kochen und diesen in Intervallen trinken gibt Ihrem Körper Abwehrkraft. Für eine deutliche Heilwirkung der Heilpilze empfielt sich eine recht hohe Dosis über einen beschränkten Zeitraum einzunehmen. Aber auch alleine der Verzehr wirkt bei den meisten Arten unterstützend und positiv auf den Körper.